Wiederansiedlung des Maifischs im Rhein
Wasserlauf, Stiftung für Gewässerschutz und Wanderfische NRW
OrtRhein
Zeitraum der Förderungseit 2003
Mit der Wiedereinbürgerung des Maifischs in das Rheinsystem soll ein Beitrag zum Erhalt dieser europaweit gefährdeten Art geleistet werden.
Dieses länderübergreifende Projekt wird in internationaler Zusammenarbeit (Frankreich, Niederlande, Deutschland) durchgeführt.
Maifischlarven werden aus Eiern des letzten europäischen Bestandes in Frankreich gezüchtet und im Rhein ausgesetzt. Die wissenschaftlichen Grundlagen dafür wurden zwischen 2003 und 2007 in enger Kooperation mit dem französischen Cemagref-Forschungsinstitut in Bordeaux, dem ökologischen Rheinlabor der Universität Köln, einem professionellen Fischzüchter und der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten erarbeitet.
Seit 2007 wird das Vorhaben vom Land NRW im Rahmen des Wanderfischprogramms unterstützt und als LIFE-Projekt von der EU kofinanziert. Arbeitsschwerpunkte, die in jenem Projektjahr unter Mithilfe von französischen und amerikanischen Experten durchgeführt wurden, waren die Optimierung der Maifischzucht, der Aufbau der Zuchtanlage in Frankreich und die Kartierungen möglicher Laichgebiete und Besatzstellen am Rhein. Gleichzeitig wurde mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit begonnen. Dazu zählt sowohl die Erstellung eines Flyers als auch einer Internetseite, die Durchführung eines Projektsymposiums im Düsseldorfer Aquazoo, eine Maifisch-Ausstellung und die Vorstellung des Projektes auf nationalen und internationalen Veranstaltungen.
Am 16. Juni haben Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger und der nordrhein-westfälische Umweltminister Eckhard Uhlenberg in Köln-Poll mehrere hundert Maifischlarven in den Rhein entlassen.
Zu diesem feierlichen Anlass wurde bekannt gegeben, dass die LIFE+Förderung für die nächsten fünf von der EU bewilligt wurde. Die Fortführung der Projektaktivitäten ist somit bis 2015 gesichert. Bisher insgesamt sind ca. 2,85 Mio. Maifischlarven gezüchtet und im Rheinsystem ausgesetzt worden.
Als „Fisch der armen Leute“ galt der Maifisch einst aufgrund seiner Häufigkeit. Bis Ende des 19. Jahrhunderts zog er in großen Schwärmen zum Laichen aus der Nordsee in den Rhein. Dort fischten ihn die Menschen in Massen. Seit 1930 gilt er in Deutschland als ausgestorben.
Die Alse, wie der Maifisch auch genannt wird, gehört zu den heringsartigen Fischen. Wie der Lachs zieht dieser bis zu 70 cm lange Fisch zum Laichen vom Meer in die Flüsse hinauf, verbleibt aber in den großen Flüssen und wandert nicht in die Flussoberläufe. Man erkennt ihn an seiner bläulichgrünen Oberseite und dem silbrigen Schimmer an den Seiten. Über den Kiemen befindet sich ein schwarzer Fleck, dem ein oder mehrere verschwommene Flecken folgen können.
Förderer seit der ersten Stunde
Die HIT Umwelt- und Naturschutzstiftungs-GmbH ist einer der Hauptsponsoren des Gesamtprojektes „Wiederansiedlung des Maifischs im Rheinsystem“ und war bereits an der Initiierung und den Voruntersuchungen im Jahr 2003 beteiligt.
EU-Preis für den Maifisch
Wir sind „Maritime Champion“: Am 19. November 2008 wurden die Beteiligten des Maifischprojektes in Brüssel mit dem „European Regional Champions Award“ in der Kategorie „Maritime Champion“ ausgezeichnet. Das Maifischprojekt wurde aus über 250 europäischen Projekten ausgewählt. Infolge dieser Ehrung veranstaltete die Stiftung Wasserlauf vom 01. - 04. September 2009 den „International Workshop on the Restoration of Fish Populations“ im Aquazoo in Düsseldorf.
Weitere Informationen finden Sie auf: www.alosa-alosa.eu
Das Projekt befindet sich in der Umsetzung.
